Bienensterben: Ursachen und Lösungen

Das Bienensterben wird durch den Klimawandel, Monokulturen und Pestizide, sowie Imkerei stark vorangetrieben. Was bedeutet das für uns Menschen und was hat sauberes Trinkwasser mit der Lösung zu tun?

Sprechen wir vom Bienensterben, dann geht es vor allem um das vermehrte Sterben der Wildbienen. Wildbienen sind wichtige Insekten, auch für uns Menschen. Denn: Sie spielen eine wichtige Rolle, wenn es um die Nahrungsmittelversorgung geht. Doch was sind die Ursachen des Bienensterbens? Und was sind die tatsächlichen Folgen für Tier und Mensch?


Warum Bienensterben? Was führt dazu? 


Von fast 600 Arten der Wildbienen gilt bereits die Hälfte als gefährdet. Einige Arten sind im Zuge des Bienensterbens auch bereits ausgestorben. Gründe dafür gibt es einige, auch der Mensch spielt beim Thema Bienensterben eine große Rolle. Weitere Ursachen sind:

 

  • Der Klimawandel, der durch den Menschen vorangetrieben wird, setzt den Wildbienen sehr zu. Frühere Blütephasen, längere Wärmeperioden im Winter und plötzliche Temperaturschwankungen bringen den Kreislauf der Bienen durcheinander.
  • Monokulturen sind für Landwirte lukrativ, für Wildbienen jedoch schädlich. Flächen auf denen heimische Pflanzen und gemischte Flora wachsen gehen verloren, den Insekten fehlt es an ausreichend und abwechslungsreicher Nahrung.
  • Pestizide gefährden und töten Wildbienen. Sie wirken auf das Nervensystem und lösen auch Orientierungslosigkeit aus.
  • Auch die Ausweitung städtischer Regionen spielt beim Bienensterben mit. Straßen und Bauflächen verdrängen den natürlichen Lebensraum der Wildbienen, deren Nahrung und Nistplätze.

 

Der Klimawandel und das sinkende Nahrungsangebot sorgen dafür, dass Wildbienen geschwächt und somit auch anfälliger für Krankheiten sind. Parasiten wie Varroamilben setzen den Wildbienen noch zusätzlich zu. Sie sorgen vor allem für ein vermehrtes Bienensterben im Winter, da die Winter wärmer werden.

 

Das Bienensterben und seine Folgen (H2)


Ohne Wildbienen würden die Erträge von bis zu drei Vierteln der Nutzpflanzen stark schrumpfen. Wir Menschen würden zwar nicht verhungern, die Reduktion an pflanzlich genießbarer Nahrung würde jedoch eine unausgewogene Ernährung mit sich bringen und als Folge Mangelerscheinungen und Immunschwäche. Pflanzen wie Kaffee, Äpfel, Mandeln, Tomaten und Kakao, aber auch viel Gemüse und Obst sind und wären in späterer Folge von einem starken Ertragsrückgang betroffen.

 

Und auch die biologische Vielfalt und der Verlust von Nahrung für Tiere wäre ein großes Problem. Wildgewächse würden sich weniger vermehren und vielen Tieren würde es neben Futter auch an Wohnstätten fehlen.

 

Bienensterben in Österreich: Gibt es Lösungen? 


In der Mitterndorfer Senke im Süden von Wien befindet sich eines der größten Grundwasservorkommen Europas. An ihrem nördlichen Ende liegt unsere Naturfilteranlage Wienerherberg. 


Diese nutzt die natürlichen Gegebenheiten, um weiches und qualitativ hochwertiges Trinkwasser zu liefern. Dieses Wasser in Quellwasserqualität kommt nicht nur den Menschen zugute, sondern auch den Bienen vor Ort. Für die Insekten ist sauberes Wasser nämlich genauso wichtig wie für uns Menschen. Sie wirken sogar als eine Art "Qualitätsprüfer". In Wienerherberg arbeiten wir daher schon seit Jahren mit der Imkerei Wieser zusammen, die hier einige Bienenstöcke betreut.



In der überarbeiteten EU-Initiative für Bestäuberinsekten wurden Ziele für 2030 und Maßnahmen festgelegt, die unter anderem auch dem Bienensterben entgegenwirken sollen. Anhand dieser Richtlinien soll auch das Bienensterben in Österreich bekämpft werden. Folgende Maßnahmen werden vorgesehen:

 

  • Verbesserung der Erhaltung von Arten und deren Lebensräumen durch die Ausarbeitung von Erhaltungsplänen für bedrohte Arten von Bestäuberinsekten. Auch ein Netz von ökologischen Korridoren für Bestäuberinsekten – sogenannte "Buzz Lines" – soll ausgearbeitet werden.
  • Wiederherstellung von Lebensräumen in Agrarlandschaften vor allem durch insektenfreundliche Landwirtschaft.
  • Minderung der Auswirkungen des Einsatzes von Pestiziden.
  • „Des Weiteren sieht die überarbeitete Initiative eine Verbesserung der Lebensräume von Bestäuberinsekten in städtischen Gebieten sowie die Verringerung der Auswirkungen des Klimawandels, invasiver gebietsfremder Arten und anderer Bedrohungen wie Biozide oder Lichtverschmutzung auf Insektenarten vor.“ (siehe https://www.bundeskanzleramt.gv.at/themen/europa-aktuell/2023/01/eu-initiative-zum-schutz-von-bienen-und-anderen-insektenarten.html)